Vorbereitungen für die Winterruhe

2018-12-13
Für Balou ist es noch zu früh, um aufzustehen
© BÄRENWALD Müritz/Maria Andresen

Hamburg / Stuer, 11. Dezember Zwischen Oktober und Dezember beginnen die Braunbären ihre Winterruhe. In der Regel graben sie dazu eine Höhle, die sie oft mehrere Jahre benutzen. Auch im BÄRENWALD Müritz, einem Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN, hat die Ruhezeit bereits begonnen.


Die sechzehn Braunbären im BÄRENWALD Müritz bei Stuer in Mecklenburg-Vorpommern haben sich über den Herbst dicke Fettpolster für die lange Winterruhe angefressen. Auf dem Speiseplan standen fett- und zuckerhaltige Früchte, Nüsse, Bucheckern, Samen und Beeren. Inzwischen sind acht Bären in ihren Winterquartieren verschwunden, die anderen bewegen sich nicht mehr viel und fressen nun deutlich weniger.


Luna hat dieses Jahr zwei Höhlen gebuddelt.
© BÄRENWALD Müritz/Maria Andresen

Starker Instinkt…
Dass die Bären im BÄRENWALD Müritz Winterruhe halten, ist etwas Besonderes; sie wurden von VIER PFOTEN aus sehr schlechten Haltungsbedingungen gerettet. „Unsere Bären waren in ihren früheren Behausungen in kleinen Käfigen mit hartem Betonboden untergebracht. Sie hatten keine Möglichkeit, ihre Instinkte auszuleben, Höhlen zu graben und in Winterruhe zu gehen. Alle Bären haben dieses Bedürfnis erst hier, in artgemäßer, natürlicher Umgebung entdeckt“, berichtet Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier.


…Rückzug auf Zeit
Braunbärin Katja ging in diesem Jahr als erstes in Winterruhe. Ab und zu kommt sie aus ihrer Höhle und sucht nach Futter. Auch Felix, Mascha und Sindi haben sich in ihre Höhlen zurückgezogen. Luna hatte gleich zwei Höhlen gegraben, bevor sie dann in einer verschwand. Michal und Tapsi ruhen als unzertrennliches Paar gemeinsam. Auch Sylvia und Pavle verbringen die Winterruhe zusammen. „Nicht alle Bären graben sich ihre eigene Höhle. Einige bevorzugen unsere ausgepolsterten Holz- oder Betonröhren. Ida hat sich in eine Röhre zurückgezogen, Clara und Mary verbringen ihre Winterruhe in Holzboxen, die von uns mit Stroh ausgelegt wurden“, bemerkt Sabine Steinmeier.


Mascha vor ihrer Höhle. Die Bärin ist schon in die Winterruhe gegangen
© BÄRENWALD Müritz/Maria Andresen

Einen tiefen Winterschlaf, wie z. B. Igel ihn halten, halten Braunbären nicht. Sie verlangsamen zwar Herz- und Atemfrequenz, sind aber leicht aufzuwecken und können so einen feindlichen Angriff abwehren. Außerdem verlassen sie hin und wieder ihren Ruheort um etwas zu essen. Anfangs- und Endtermine der Winterruhe gibt es nicht. Ein Bär kann kurzfristige Wärmeperioden nutzen, um etwa im frostfreien Waldboden nach Wurzeln zu graben und verschwindet dann bei neuem Wintereinbruch wieder in seiner Unterkunft und ruht erneut. Die wärmenden Temperaturen und die Sonnenstrahlen locken die Bären im Frühling wieder aus ihren Winterquartieren.


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Winterruhe oder Winterschlaf
Die Winterruhe eines Braunbären ist nicht zu verwechseln mit dem tiefen Winterschlaf kleinerer Säugetiere, wie z.B. Igel oder Murmeltier. Während des Winterschlafes reduziert ein Murmeltier die Stoffwechselrate auf ein Zehntel, pro Minute atmet es nur ein- bis zweimal und das Herz schlägt höchstens fünfmal; seine Körpertemperatur sinkt auf drei Grad Celsius. Ein Braunbär verringert Kreislauf, Atmung und Herzschlag nur so weit, dass er jederzeit seine Höhle verteidigen kann. Würde er seinen mehrere hundert Kilo schweren Körper auf drei Grad absenken, wäre er dazu nicht in der Lage.


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