Bestand


Trotz ihrer enormen Größe und Kraft haben Braunbären in der heutigen süd- und westeuropäischen Landschaft kaum noch einen Platz zum Überleben in der freien Natur.


Seit 1835 gilt der Braunbär in Deutschland als ausgerottet.
© BÄRENWALD Müritz / Mihai Vasile

Natürliche Feinde haben sie zwar nicht, aber schon im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Bestände durch die Jagd und später dann durch die Zerstörung der Lebensräume extrem dezimiert. Durch die starke Zersiedelung der Landschaft, die Rodung von Wäldern und den Bau von immer mehr Straßen sind die Bären in ihren Wanderbewegungen auf der Suche nach Nahrung oder einer Partnerin stark eingeschränkt worden, was nach und nach fast zum Verschwinden der gesamten Population in diesen Regionen geführt hat.

 

In Deutschland gilt der Braunbär seit 1835 als ausgerottet. Auch in Österreich und Schweiz traf ihn das gleiche Schicksal. Seit etwa 1970 gibt es erfolgreiche Versuche, Braunbären in Österreich wieder anzusiedeln. Mittlerweile sollen es wieder etwa 25 wildlebende Tiere sein. Weltweit liegt der Bestand etwa bei 180.000 Tieren. Die meisten davon leben in Alaska, Kanada und Russland, denn dort findet der Braunbär noch weitläufige, menschenarme Gebiete mit ausgedehnten Wäldern.


 

 

Braunbären in Deutschland


In Deutschland gibt es keine wildlebenden Braunbären mehr. Bereits im Mittelalter wurden sie in schwer zugängliche Gebiete zurückgedrängt. Anfang des 19. Jahrhundert hatte der Mensch auch die letzten von ihnen ausgerottet – 1835 wurde der letzte "deutsche" Braunbär in Bayern (Ruhpolding) erlegt.

 

170 Jahre später wurde erstmals wieder ein Braunbär in Deutschland gesichtet: JJ1 ("Bruno") hielt sich im Frühjahr 2006 einige Zeit im deutsch-österreichischen Grenzgebiet auf. Der Bär stammt aus einem Wiederansiedlungsprojekt in den italienischen Alpen. Nach einem herzlichen Willkommen in Bayern erklärte ihn die Landesregierung nur kurze Zeit später zum "Problembären" und gab ihn zum Abschuss frei – trotz zahlreicher Proteste. VIER PFOTEN und die STIFTUNG FÜR BÄREN hatten damals als Alternative zum Abschuss eine tiergerechte Unterbringung für den Bären angeboten. Doch Bruno wurde am 26. Juni 2006 in Bayern erschossen.

Seitdem hat sich in Deutschland nur wenig zum Schutz wildlebender Braunbären getan. Der erste Teil des bayerischen Managementplans für Braunbären wirft viele Fragen auf und lässt im Zweifelsfall viel Spielraum. So ist hinsichtlich des Umgangs mit so genannten "auffälligen Bären" nur vage von "Entfernung" die Rede. Hier bleibt unklar, ob damit nur der Abschuss gemeint ist, oder auch der Fang eine Option ist. Teil zwei des Managementplans liegt immer noch nicht vor. Jedem Bären, der künftig Deutschland betritt, kann es wie Bruno ergehen.


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