Paarung und Nachwuchs


Im Mai und Juni beginnt die Paarungszeit, und die Bären geben in dieser Zeit ihr Einzelgängerdasein auf.


In der Paarungszeit geben Bären ihr Einzelgängerdasein vorübergehend auf.
© VIER PFOTEN / Sabine Vielmo

Hat ein Männchen eine passende Partnerin gefunden, so ist für ihn zunächst noch Vorsicht geboten, denn er muss zuerst ihr Vertrauen gewinnen. Da muss er schon einmal einen Prankenhieb einstecken, wenn das Weibchen seine Annäherungsversuche nicht akzeptiert. Tut sie es, dann ziehen beide eine Weile gemeinsam durch das Revier bis es zur Paarung kommt. Danach trennen sich ihre Wege und beide halten Ausschau nach potentiellen neuen Partnern. So ist die Chance größer, dass es wirklich zu einer Befruchtung kommt.

 

Befruchtete Eizellen nisten sich erst im Herbst in der Gebärmutter ein (vorher spricht man von Keimruhe) und entwickeln sich nur weiter, wenn die Bärin schon genug Gewicht für die Winterruhe angefressen hat. Aus diesem Grund kommen die meisten Jungtiere zur gleichen Zeit zur Welt – etwa im Februar, in der Winterhöhle. In sehr mageren Jahren können die Eizellen auch schon mal absterben, denn das Überleben der Jungen wäre nicht gewährleistet.


Neugierig erkunden kleine Bären ihre Umgebung.
© VIER PFOTEN / Leonardo Berezcky

Der Bärennachwuchs wird nach einer Tragzeit von etwa sieben Monaten geboren. Ein Wurf besteht meist aus ein bis drei Jungtieren, die bei der Geburt nur etwa 300 - 400 Gramm wiegen und um die 30 Zentimeter groß sind. Die sehr fetthaltige Milch der Mutter lässt die Bärenjungen schnell wachsen, schon nach vier Monaten wiegen sie etwa vier bis fünf Kilogramm. Die Neugeborenen kommen nackt, blind und zahnlos auf die Welt und sind völlig auf die Mutter angewiesen. In den kommenden circa drei Jahren lernen sie von ihr alles über das Bärenleben. Neugierig erkunden sie ihre Umgebung und machen eigene Erfahrungen. Sie kehren allerdings immer zur Mutter zurück, denn diese stillt sie während der gesamten Aufzucht. Das Muttertier ist in dieser Zeit nicht bereit für neuen Nachwuchs, was paarungswillige Männchen manchmal dazu bringt, die Jungtiere zu töten, um eigenen Nachwuchs zeugen zu können.

Nur etwa die Hälfte des Bärennachwuchses überlebt die ersten drei Jahre. Insbesondere die männlichen Nachkommen werden von der Mutter nach Ende der Aufzucht nachdrücklich vertrieben. Dies dient dem natürlichen Schutz vor Inzucht. Weibliche Nachkommen werden noch eine Weile im Revier akzeptiert.


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