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Röntgenaufnahmen vom Vet-Check

Schlimme Entdeckung beim Vet-Check

Geschosspartikel in Vorderbeinen albanischer Bärin entdeckt

Am 4. und 5. September fand der alljährliche Vet-Check im BÄRENWALD Müritz statt. Wildtierarzt Marc Gölkel untersuchte insgesamt fünf der 17 Braunbären. Bei Bärin Dushi entdeckte er in beiden Vorderbeinen Geschosspartikel. Sie stammen von Gewehrschüssen.

Stuer, 6. September 2019 – Die nächsten Tage wird das Futter für Otto, Dushi, Mary, Pavle und Luna extra klein geschnitten. Denn die fünf Bären aus dem BÄRENWALD Müritz wurden an den vergangenen beiden Tagen vom Wildtierarzt Marc Gölkel untersucht und brauchen nach dem Vet-Check zunächst kleinere Happen zu Fressen. Neben Röntgenaufnahmen, Ultraschall und Blutabnahme für den allgemeinen Gesundheitscheck wurde ein besonderes Augenmerk auf die Zähne der Bären gelegt. Diese sind oftmals in einem schlechten Zustand aufgrund von vorheriger Fehlernährung oder wegen des Beißens an den Metallstäben der Käfige, in denen sie vor ihrer Rettung untergebracht waren.

Röntgenbilder zeigen Geschosspartikel in beiden Vorderbeinen

Bei Otto, Mary, Pavle und Luna verlief der Gesundheitscheck abgesehen von ein paar schlechten Zähnen, die gezogen wurden, ohne weitere Vorfälle. Bei Dushi machte Wildtierarzt Gölkel allerdings eine schockierende Entdeckung: Auf den Röntgenbildern ihrer Vorderbeine sind zahlreiche Geschosspartikel zu erkennen. Gölkel ist überrascht. „Jemand muss auf die Bärin geschossen haben. Vermutlich hat sie im Zuge dessen ihr linkes Vorderbein verloren“, sagt er, „richtig behandelt wurde der Stumpf anschließend nicht, die Wunde ist von allein irgendwie verheilt.“ Schmerzen hat Dushi durch die Geschosspartikel aber wahrscheinlich nicht. „Sie liegen im Gewebe und sollten der Bärin daher keine Probleme bereiten“, sagt Gölkel. Aus tierärztlicher Sicht müssen die Splitter auch nicht entfernt werden. Der Braunbärin soll so viel Stress wie möglich erspart werden. Gölkel erklärt: „Die Geschosspartikel sind reaktionslos im Weichteilgewebe eingebettet und müssen nicht herausgenommen werden. Die Wunde am Stumpf sieht soweit auch gut verheilt aus.“

Dieses schlimme Erlebnis und die damit verbundenen traumatischen Erfahrungen könnten ein Grund für Dushis stereotypierendes Hin- und Herlaufen in ihrem Gehege sein, das die Tierpfleger oftmals beobachten. Dass sie mit einer Schrotflinte beschossen und danach verletzt sich selbst überlassen wurde, bedarf bei der Bärin offenbar einige Zeit der Verarbeitung. 

Dushis Vorgeschichte

Lange Zeit lebte die Braunbärin in einem kleinen, dreckigen Käfig im albanischen Safari Park Zoo Fier, betitelt als „Europas schlimmster Zoo“. Stark verhaltensgestört humpelte sie dort vor ihrer Käfigtür von links nach rechts. Nach der gelungenen Rettungsmission wurde sie vorübergehend im Zoo Tirana untergebracht. Dort konnte sie sich von den Strapazen erholen. Im April 2019 wurde sie dann in das Bärenschutzzentrum am Plauer See gebracht, wo sich die Tierpfleger seither um sie kümmern.

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