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Ein neues Leben für Bärenschwestern Dasha und Lelya

VIER PFOTEN hat die ehemaligen Restaurantbärinnen erfolgreich aus der Ukraine in den BÄRENWALD Müritz überführt

20.6.2023

Hamburg/Stuer, 20. Juni 2023 – Die internationale
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat die Braunbärinnen Dasha und Leyla erfolgreich aus dem von VIER PFOTEN betriebenen BÄRENWALD Domazhyr bei Lwiw/Ukraine in den BÄRENWALD Müritz in Mecklenburg-Vorpommern überführt. Nach Passieren der ukrainisch-polnischen Grenze wurde der Transport der Tiere von einer Tierärztin des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) begleitet. Inzwischen konnten die beiden ehemaligen Restaurantbären ihr neues Gehege beziehen.

Nach ihrer Ankunft verbrachten die 18-jährigen Braunbärinnen die ersten Stunden im Bärenhaus um sich auszuruhen, bevor sie ihr neues Gehege bezogen, ein großes naturbelassenes Waldstück mit Mischwald und großem Badeteich. Die Überführung der Bärenschwestern ist aus medizinischen Gründen erfolgt. 

"Lelya hat eine Erkrankung, die einen umfassenden Behandlungsplan, weitere Diagnosen und eine Operation erfordert. Seit 2020 zeigt sie immer wieder Anzeichen einer Scheinschwangerschaft. Da die wiederkehrenden Episoden zu einem erhöhten Krebsrisiko führen können, möchten wir sie kastrieren. Der Eingriff soll minimalinvasiv erfolgen – die erforderliche Ausrüstung dazu steht in der Ukraine gegenwärtig nicht zur Verfügung."

Mandana Pötsch, Tierärztin des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)

„Wir sind sehr froh, dass Dasha und Lelya sicher in ihrem neuen Zuhause im BÄRENWALD Müritz angekommen sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BÄRENWALD Domazhyr werden sie sehr vermissen, aber wir wissen, dass sich unsere Kolleginnen und Kollegen in Deutschland sehr gut um sie kümmern werden. Aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine sind bestimmte dringend benötigte medizinische Behandlungen für Lelya nicht möglich, daher wurde diese Entscheidung nach gründlicher Überlegung getroffen, um ihr alle medizinische Versorgung zukommen zu lassen, die sie benötigt. Lelya und ihre Schwester Dasha waren immer zusammen und es war für uns klar, dass wir sie nicht trennen werden. Wir werden weiterhin die bestmögliche Pflege für die verbleibenden 29 Bären im BÄRENWALD Domazhyr bieten, denen es trotz der schwierigen Umstände gut geht", sagt Ihor Nykolyn, Leiter des BÄRENWALD Domazhyr/Ukraine, einem Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN.

Bärinnen Dasha und Lelya erkunden ihr Gehege

Dasha und Lelya machten sich sofort auf, das große Freigehege zu erkunden. Es erwarteten sie Leckereien, Spielzeuge, Wald und ein kleiner Schwimmteich - alles wurde sofort ausgiebig beschnüffelt und getestet.

Ein bärengerechtes Leben

„Wir sind glücklich, dass wir Dasha und Lelya jetzt ein permanentes Zuhause geben können. Unser Team wird die professionelle Pflege unserer Kolleginnen und Kollegen aus dem BÄRENWALD Domazhyr fortsetzen und den Tieren die nötige Pflege geben, die sie nach Jahren der grausamen Haltung als Restaurantbären dringend brauchen. Wie im BÄRENWALD Domazhyr werden sie sich auch bei uns im BÄRENWALD Müritz ausreichend bewegen, bärengerecht leben und ihre Instinkte wiederentdecken und ausleben können. Mit etwas Glück werden wir die beiden in Zukunft mit den Bärenbrüdern Ben und Felix vergesellschaften können", sagt Marei Willenborg, Cheftierpflegerin im BÄRENWALD Müritz, einem Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN.

Aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet

Bereits am 29. Oktober 2019 hatte VIER PFOTEN die beiden damals 14-jährigen Braunbärinnen in der Ukraine erfolgreich gerettet und in das Bären-schutzzentrum Domazhyr bei Lwiw gebracht. Dasha und Lelya wurden zuvor als Touristenattraktion in einem Hotelrestaurant in Skole, Westukraine gehalten. Sie verbrachten die meiste Zeit ihres Lebens in einem kleinen Betonkäfig und wurden nicht artgemäß mit süßem Brei und Brot gefüttert. Sie hatten keinen Zugang zu frischem Wasser und keine
Beschäftigungsmöglichkeiten. Da die Eigentümer planten, das Gelände nach der Schließung ihres Geschäfts zu verkaufen, war VIER PFOTEN von den ukrainischen Behörden gebeten worden, die Bären in fachkundige Obhut zu nehmen.

Restaurantbären

VIER PFOTEN definiert diesen Begriff als die Haltung von Bären in winzigen Käfigen in der unmittelbaren Nähe von Restaurants, Bars, Hotels und anderen öffentlichen Freizeit-Einrichtungen, die Bären zum Anlocken von Besuchern halten. In den meisten Fällen wurden diese Bären als Jungtiere aus der Wildnis entnommen und/ oder illegal gehandelt, bevor sie in schrecklichen Bedingungen untergebracht wurden. VIER PFOTEN engagiert sich seit 1998 für Bären in Not und hat seither 36 Restaurantbären in Europa, retten und in den eigenen Bärenschutzzentren und Partnerprojekten unterbringen können. VIER PFOTEN hat sich zum Ziel gesetzt, die illegale und nicht artgemäße Haltung von Bären in Europa zu beenden und wird sich auch weiterhin für Bären in dieser Haltungsform einsetzen. Der Fokus liegt hierbei auf der Rettung der letzten Restaurantbären in Slowenien und in der Ukraine.

Bärin Lelya beobachtet aufmerksam ihr neues Gehege

Lelya schaut sich aufmerksam um. Einige Geräusche sind für die beiden Bärinnen noch neu, wie Hundegebell oder vorbeifahrende Lastwagen. Um ihnen die Eingewöhnung so einfach wie möglich zu machen, ist das Gehege für eine Weile für Besucher nicht direkt erreichbar, kann aber von unserer Terasse aus eingesehen werden.

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