Luna und Rocco erste Begegnung

Luna und Rocco auf gemeinsamem Pfad?

Die Vergesellschaftung zweier Braunbären

30.4.2021

Bahnt sich da etwas an? Kommen sie zusammen? Mögen sie sich? Kein Thema bewegt uns BÄRENWALD-Mitarbeiter momentan so wie die Annäherung zwischen Luna und Rocco. Bär und Bärin sollen in einem gemeinsamen Gehege leben und dann, wenn alles gut geht, künftig gemeinsam durch unseren BÄRENWALD streifen. Doch wie schafft man es, Luna und Rocco zu vergesellschaften? Welche Voraussetzungen sind dafür nötig und was ist überhaupt planbar? In einem Blog wollen wir Sie mitnehmen auf eine besondere Reise in die Welt von Rocco, Luna und eine möglicherweise gemeinsame Zukunft der beiden.

Bärenhaus von Rocco und Luna

Ein neues Heim für Luna und Rocco

Vergangene Woche mussten Luna und Rocco umziehen und für ein paar Tage in ihrem Vorgehege leben. Der Grund dafür Endlich wurde das neue Bärenhaus an ihr großes gemeinsame Gehege angeschlossen! Dafür musste jedoch der Zaun aufgetrennt werden. An den Stellen ist nun ein neuer Zaun angebaut. Dieser schließt ab jetzt den neuen Gehege-Teil mit dem Bärenhaus ein. Die Arbeiten konnten natürlich nicht mit Luna und Rocco als „Zuschauer in erster Reihe“ ablaufen. Sie mussten für kurze Zeit separiert werden, damit die Arbeiten vonstattengehen konnten. Die beiden Bären haben sich aber relativ gut mit der vorübergehend veränderten Gehege-Situation abgefunden. Außer den leider nun üblichen Futterstreitigkeiten zwischen den beiden kam es zu keinen großen Auffälligkeiten. Ob die Bären das Haus nun auch wirklich nutzen, wird sich bald zeigen. Luna hatte in ihrem vorherigen Gehege nach Ankunft im BÄRENWALD bereits ein Bärenhaus, in welches sie auch hinein ging. Ob Rocco sich ebenfalls hineintraut, werden wir sehen...

18.6.2021
Bär Rocco frisst Staudensellerie

Kleine Wolken am Bären-Himmel 

Anfangs schien es, als ob nichts und niemand die Eintracht zwischen Rocco und Luna stören könnte. In den zurückliegenden Tagen zeigten sich jedoch ab und an Streitigkeiten zwischen den Beiden. Meist kommt es bei der Fütterung zu Unstimmigkeiten. Luna grummelt Rocco an, wenn er ihr während des Fressens zu nahe kommt. Daraufhin brummt er zurück. Zeitweise jagen sich die beiden durch das Gehege. Besser funktioniert es, wenn sie nicht so nah beieinander gefüttert werden. Komplett vermeiden lässt sich der Futterkonflikt aber leider nicht immer. Ist das Futter verspeist, kehrt wieder Ruhe ein, und  die zwei Bären kann man zeitweise immer noch nah beieinander beobachten. Und das ganz ohne erkennbare Anzeichen, sich gegenseitig vertreiben zu wollen. Wir hoffen sehr, dass das alles nur eine vorrübergehende Erscheinung ist und Luna und Rocco sich bald wieder besser verstehen. Drückt die Daumen, Bärenfreunde!

10.6.2021
Rocco und Luna bei Spielen

Nass, nasser, Rocco: Erwischen wir den Bären endlich mal beim baden?

Die Temperaturen steigen immer weiter. Luna und Rocco scheinen deshalb den Teich noch einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Luna wurde sogar schon badend gesichtet! Einmal bis zum Stein und zurück schwomm sie. Rocco hingegen hat sich immer noch nicht beobachten lassen, wie er in das kühle Nass eintaucht. Jedoch war er am Morgen bei der Futterrunde auffällig nass. Und zwar nicht nur an Vorderpfoten und Hals! Scheinbar war auch er schwimmen. Das "komische" dunkle und große Becken wollte er wohl erst einmal ungestört erkunden. Und wer weiß, wie oft er das schon gemacht hat. Dieses Mal haben wir ihn aber fast erwischt...

4.6.2021
Fisch als Metallschild bei Fischer Mütze

Darf’s ein bisschen Fisch sein? 

Eine von Roccos Leibspeisen ist bekannterweise Fisch. In freier Wildbahn würden europäische Braunbären kaum Fisch jagen. Der Energie-Aufwand wäre höher als die dadurch gewonnene Energie. Es würde sich schlichtweg nicht lohnen. Anders hingegen sieht es mit dem Fischverzehr der Grizzlys in Nordamerika aus: Ihnen springt der Lachs dort quasi direkt ins Maul. Daher ernähren sich diese Tiere zu großen Teilen von Fisch. Unsere Bären hier kommen auch ab und an in den Genuss von Fisch. Den bekommt der BÄRENWALD von einem lieben Nachbarn, von Fischer Mütze. Nicht nur für die Besucher gibt es dort Fisch-Leckereien. Denn übrig gebliebener Fisch sowie Fischreste werden wöchentlich von unseren Tierpflegern abgeholt und an die Bären  verfüttert. So müssen die Wasserbewohner nicht extra für unsere Bären geschlachtet werden. Außerdem wissen wir, was wir verfüttern und wie die Fische gehalten wurden. Aber all‘ das ist Rocco vermutlich egal. Hauptsache, seine Fischquelle versiegt nicht...

1.6.2021
Gedenkstätte verstorbene Bären

Geliebt und unvergessen

Rocco und Luna, die beiden noch jungen Bären, haben bei uns ein lebenslanges Wohnrecht – so, wie alle anderen Bären. Sie müssen nie wieder umziehen und können ihr Leben im BÄRENWALD Müritz genießen, und wie Rocco und Luna nun auch gemeinsam. Aber auch die bereits verstorbenen Bären geraten bei uns nicht in Vergessenheit. Für sie wurde hier im BÄRENWALD eine Gedenkstätte errichtet mit einem Stein für jeden einzelnen Bären, wunderschön gelegen unter einer uralten und beeindruckenden Hainbuche. Zusätzlich kann man lesen, wie alt sie geworden sind, woher sie kamen und welche Charaktereigenschaften sie hatten. In unserer Gedenkstätte wird zum Beispiel an Lothar erinnert, den ersten Bären, der im Jahr 2006 in unseren BÄRENWALD einzog, oder auch an Katja und Mary, die beiden Bärinnen, die im Frühjahr 2020 gestorben sind. 12 Bären, die im BÄRENWALD gelebt und in gestorben sind, bleiben so unvergessen. Die verstorbenen Bären selbst werden jedoch zum Leibniz-Institut für Zoo – und Wildtierforschung gebracht. Dort werden sie noch einmal untersucht und dann eingeäschert.In der Gedenkstätte werden aber nicht nur an die Bären erinnert, sondern auch an die Hofkatze Minka und an die Hündin Tschara, die einer unserer Tierpflegerinnen gehörte und zum BÄRENWALD-Team gehörte.

30.5.2021
Mistkarren vor dem Bärenhaus

So ein Mist! 

Bekanntlich macht Kleinvieh ja auch Mist, große Tiere natürlich auch! Die Tierpfleger bringen schon mal eine gut gefüllte Schubkarre mit aus dem Gehege von Rocco und Luna. Sauber gemacht wird im allgemeinen immer, wenn die Pfleger eines der Gehege betreten. Gleichzeitig wird auch das Futter in dem Gelände verteilt. Aber was rein geht, muss nun mal auch wieder raus. Deshalb sind die Tierpfleger in stetiger Begleitung einer Schubkarre. Jedoch kommt nicht nur Mist dort hinein. Auch Fleischreste wie Fell und Knochen oder Melonenschalen kann man darin finden. Wenn die Betonröhren und Bärenhäuser nach dem Winter und nach der Winterruhe sauber gemacht werden, ist auch viel Stroh dabei. Zusammen kommt am Ende alles in den Mistcontainer. Übrigens: Da Bären ihre Nahrung nicht vollständig verdauen, bleiben auch noch viele Körner und kleine Gemüsestücke für andere Waldbewohner und Vögel übrig.

27.5.2021
Futtereimer

Mag ich, mag ich nicht: Die Sache mit dem Lieblingsfutter 

Bei all‘ unseren 15 Bären wird das Futter individuell angepasst. Das hängt zum einen vom Gewicht der Bären ab. Dushi bekommt zum Beispiel mit ihren momentanen 91 Kilogramm natürlich etwas weniger als Michal, der 225 Kilogramm auf die Waage bringt. Andererseits kommt es auch darauf an, was die Bären gerne fressen. Luna frisst, wie auch die meisten Bären, am liebsten Früchte wie Wassermelonen und Weintrauben. Jetzt im Frühling bekommen sie aber vorwiegend Gemüse, weshalb Luna eher auf gekochte Eier und manchmal auch Salatköpfe abfährt. Rocco liebt Fisch über alles, und Fleisch kommt bei ihm auch sehr gut an. Aus der Gemüseabteilung mag er am liebsten Tomaten und Fenchel. Woher wissen die Tierpflegerinnen aber nun, welches Futter die Bären mögen und welches nicht?Das kann man normalerweise sehr schnell herausbekommen. Den Bären wird immer mal wieder etwas Neues zum Fressen angeboten. Das wird ihnen dann zuerst gegeben. Wenn sie es liegen lassen, mögen sie es nicht. Und wenn sie es fressen…, naja, dann ist alles klar, oder?

25.5.2021
Paket als Enrichment

Echt? Pakete für unsere Bären?

Hier im BÄRENWALD bekommen unsere Bären sogar mal Pakete. Und manchmal sind sogar Jutesäcke, Bälle und Körbe im Gehege zu finden. Was bedeutet das? Wir nennen diese „Spielzeuge“ Enrichments. Die Säcke und Kartons sind meist gefüllt mit Stroh oder Sägespänen. Zwischen diesem Füllmaterial befinden sich Leckereien wie Gemüse oder Nüsse. Auch die an Bäumen befestigten Enrichments werden regelmäßig befüllt. Die Bären sollen zum Nachdenken angeregt werden. Wie kommen sie am besten an den Inhalt? Durch diese Beschäftigungen werden sie beschäftigt, denn auch in freier Wildbahn haben Bären viel zu tun: Sie sind viele Stunden am Tag mit Futtersuche beschäftigt. Natürlich haben auch Luna und Rocco solches Spielzeug. Ein roter, am Baum hängender Ball ist vom Besucherweg aus zu sehen. Zur Zeit jedoch um einen der Äste gewickelt. Luna schien wohl mehr Spaß daran gehabt zu haben, die Schnur zu verknoten. Spielen kann sie ja auch noch mit den anderen Enrichments, die sich in beider Gehege befinden. Für Rocco müssen wir uns übrigens keine neuen Enrichments ausdenken: Er liebt es, mit Stöcken und Ästen herumzutoben. Das tat er bereits in seinem alten Gehege und dieser Leidenschaft geht er nun auch im Gehege mit Luna fleißig nach.

23.5.2021

Ein Blick in unsere Futterküche 

Das Futter von den Bären wird in unserer Futterküche vorbereitet. Hier befindet sich ein Kühlraum mit Gemüse und Obst und ein Gefrierraum mit eingefrorenem Fleisch und Fisch. Man kann aber auch Eisbomben finden, die aus gefrorenen Weintrauben, Wassermelonen oder Smoothies bestehen. Neben Herd, Spüle und Tisch zur Futtervorbereitung kann man in einem Regal auch verschiedenste alltägliche Gebrauchsgegenstände, wie Putzmittel, Müllbeutel und Messer finden. Für unsere Bären mit schlechten Zähnen haben wir einen Gemüseschneider und seit neuestem auch einen Dämpfer für Kartoffeln, der durch Spenden finanziert werden konnte. Für die tägliche Medikamentengabe werden unsere Bären ein bisschen ausgetrickst. Diese werden nämlich von unseren Tierpflegerinnen in Honigbrötchen versteckt, daher haben wir auch viele Honigspenden in unserer Futterküche. Einige Bären benötigen Medikamente: Sie haben körperliche Beeinträchtigungen, die aus ihrer ehemaligen katastrophalen Haltung und /oder ihrem Alter resultieren. Unsere Bären sollen aber nicht leiden müssen, sie sollen ein artgemäßes Leben ohne Schmerzen führen können. Daher bekommen sie medikamentöse Unterstützung. Rocco und Luna aber sind körperlich fit und benötigen keinerlei Medikamente.

20.5.2021
Amélie und Viola

Hallooo … Wir sind die Bären-Blogger

Wir sind Viola (19 Jahre)  und Amélie (18 Jahre) aus dem BÄRENWALD Müritz, wir absolvieren hier unseren Bundesfreiwilligendienst. Dabei halten wir euch auch mit dem Blog über Luna und Rocco auf dem Laufenden. So können nicht nur wir dieses spezielle und super spannende Ereignis miterleben. Immer wieder gibt es neue Momente, die uns zu den Blog-Einträgen inspirieren. Auch die Rückmeldungen und Kommentare unserer Leser sind immer wieder schön zu sehen. Unsere Arbeit im BÄRENWALD ist vielseitig: Von der Tierpflege über Umweltbildung bis hin zum Service werden wir überall eingesetzt. So bekommen wir fast alles mit, was hier passiert und können die schönsten Erlebnisse mit euch teilen.

17.5.2021
Luna mit Vorderpfote

Zweisamkeit als Heilmittel? 

Vor der Vergesellschaftung der beiden Bären hatten Luna und Rocco starke Verhaltensstörungen, auch Stereotypien genannt. Luna ist beispielsweise sehr oft im Kreis gelaufen und hat dabei ihren Kopf gedreht. Eine weitere seelische Erkrankung von ihr war das Saugen an ihrer Pfote. Dabei gab sie immer ein Brummen von sich, das normalerweise Jungbären während des Säugens von sich geben. Da sie das traumatische Ereignis hatte, zu früh von ihr getrennt zu werden, hat sie bis heute diese Verhaltensstörung. Seit der Vergesellschaftung mit Rocco hat diese aber schon etwas abgenommen. 
Rocco ist oft Bahnen am Gehege entlang gelaufen und hat sich bei Ungeduld, zum Beispiel wenn er Hunger hatte, in die Pfote gebissen. Das hat schon sehr stark abgenommen und wir hoffen natürlich auch, dass das so bleibt.

16.5.2021
Löwenzahn im Bärenwald

Löwenzahn im Bärenmaul 

Munter räumt Rocco das Gehege weiter "auf". Auch Luna scheint sich mittlerweile mit den Veränderungen durch Rocco anzufreunden. Zu Beginn hat sie Rocco  noch skeptisch beäugt, wenn dieser sich an ihrer selbstgegrabenen Winterhöhle zu schaffen machte. Einen schiefen Blick erntete er auch, als er die herumliegenden Holzstämme zurecht schob. Und als er lieber Fisch fressen als Spielen wollte, drückte sie ihre Ungläubigkeit durch Taten aus. Nun aber akzeptiert sie Roccos Eigenarten und widmet sich vermehrt ihren eigenen Vorlieben - ob nun beim Futter oder der Auswahl an Schlafplätzen. Die beiden haben sich gut miteinander arrangiert. Nur beim Teilen des Löwenzahns hört die Akzeptanz des jeweils anderen in unmittelbarer Nähe dann doch schon mal auf. Der Löwenzahn wächst zur Zeit in Massen in den Gehegen und färbt die Bärenwald-Landschaft strahlend gelb. Die saftige Pflanze wird von allen Bären gerne gefressen.

15.5.2021
Rohbau Haus im Gehege Rocco und Luna

Ein Haus für zwei Bären 

Im BÄRENWALD hat fast jedes Gehege ein jeweiliges Bärenhaus. Es bietet viele Möglichkeiten. Im Sommer kühlere Temperaturen und Schatten genießen, Futter vor möglichen Räubern verstecken, als ruhiger Rückzugsort dienend oder auch die Winterruhe darin verbringen. Auch das Medicaltraining mit den Tierpflegern gestaltet sich darin oft einfacher. Lunas und Roccos Gehege beinhaltete bis jetzt noch keines dieser Häuser. Im letzten Jahr dann wurde auch ihnen eines gebaut. Noch ist es jedoch nicht bezugsfertig. Der Gebäudebau an sich, die Wasser- und Stromleitungsverlegung sowie die Dachbegrünung sind schon abgeschlossen. Jetzt fehlt noch die Verbindung zum Zaun. Erst dann können die beiden Bären ihre Immobilie auch Pärchengerecht beziehen. In den nächsten Wochen soll es soweit sein. Ob und wer von den beiden das Rückzugshaus nutzen wird, zeigt sich dann. 

14.5.2021
Rocco fischt Salat aus dem Teich

Da haben wir den Salat: Frühstück im Teich 

Bei der morgendlichen Futterrunde ließen sich Roccos Streck- und Dehnkünste bewundern. Die Tierpfleger warfen den Frühstückssalat gemeiner Weise genau in den Teich. Diesen hat Rocco noch immer nicht mit allen vier Pfoten gleichzeitig betreten. Die nun dort treibenden drei Kopfsalate reizten ihn jedoch schon. Nur wie erreichen? Darüber machte er sich vermutlich angestrengt Gedanken, während er die anderen Leckereien verputzte. Sein Plan: Da komme ich auch so dran. Zwei der drei Salate schwammen nah am Ufer. Rocco musste sich dennoch weit rausstrecken. Letztendlich hielten in seine Hinterpfoten und große Steine, während sein Oberkörper über dem Wasser schwebte. Grade so konnte er die Salate mit seinen langen Krallen erreichen. Nur einer von ihnen war zu weit in die Mitte des Teiches getrieben. Luna hingegen interessierte sich von Beginn an nicht für das blättrige Grünzeug. Tomaten und Eier standen bei ihr weiter oben auf dem Speiseplan. 

13.5.2021
Marc Gölkel untersucht Bär Dushi Vet Check 2021

Vorfahrt für die Zweisamkeit – kein Veterinär-Check für Rocco

Heute war der große Tag im BÄRENWALD: Der Veterinär-Check stand an. Alle unsere Bären werden regelmäßig vom Tierarzt untersucht. Dadurch wird das Wohlergehen und die richtige Behandlung der Bären mit Erkrankungen gesichert. Natürlich geschieht alles im Sinne des Bären. Die wissen nur leider nichts davon. Deshalb flüchtet der ein oder andere gerne Mal, wenn er den Tierarzt und sein Team schon von weitem identifiziert. Die Patienten dieses Mal sollten ursprünglich Michal, Dushi und Rocco sein. Durch die Vergesellschaftung ist Rocco dem aber fürs erste entkommen. Den Bären jetzt aus dem Gehege nehmen zu müssen, wäre eine große Umstellung. Luna und Rocco müssten erneut getrennt werden. Zum einen, um den richtigen Bären narkotisieren und auf den Untersuchungstisch bringen zu können. Zum anderen dauert auch die Aufwachphase nach dem Check einige Zeit. Rocco wäre auch da von Luna getrennt. Die Tierpfleger und -ärzte verschonen Rocco deshalb dieses Mal. Dushi und Michal hingegen hatten keine Ausrede vorzuweisen ... 

12.5.2021
Rocco mit Baumstamm spielend

Back again: Schnuppern im alten Gehege 

So langsam wird es Sommer, und das Gras wächst schnell. Um einen Fehl-Alarm am Stromzaun zu verhindern, müssen die Wiesen in diesen Bereichen immer mal wieder gekürzt werden. Auch in Lunas und Roccos Gehege war es nun so weit. Um den Parkhelfern das Arbeiten zu ermöglichen, durfte Rocco zusammen mit seiner Partnerin für kurze Zeit in sein altes Gehege. Aus dem vorsichtigen und zurückhaltenden Bären wurde auf einmal wieder ein stürmischer. Auf dem bekannten Terrain fühlte er sich wohl sicherer. Er animierte Luna schon nach wenigen Sekunden zum Spielen. Wieder einmal war das Futter nebensächlich. Nach ein paar Wochen wird Rocco sich hoffentlich auch im neuen Gehege so sicher fühlen und seine Bedenken gegenüber des Teiches und anderen Bereichen ablegen. Spielen tun die beiden ja aber auch jetzt schon, oft ergreift dabei Luna die Initiative.

11.5.2021
Luna frisst Wassermelone

Kühle Melone gegen hohe Temperaturen

Rocco scheint nach und nach das für ihn neue Gehege weiter zu erkunden. Am Morgen erspähte er die Tierpfleger in den Vorgehegen am hinteren Teil des Zaunes noch vor Luna. Neugierig beobachtete der Bär die Arbeiten der Tierpfleger. Er konnte kaum erwarten, dass etwas passierte. Dann hieß es jedoch, er solle in das bisher unbekannte Gebiet  hinein gehen. Plötzlich stand Rocco dem Ganzen doch wieder etwas skeptisch gegenüber. Das auf ihn wartende Fleisch* auf der anderen Seite des Durchgangs überzeugte ihn aber scheinbar. Nach wenigen Minuten traute er sich mit einem beherzten Sprung hindurch.  Der Geruch war wohl einfach unwiderstehlich. Auch Luna war schon lange drüben und genoss ihren Salat. Am Nachmittag gab es noch eine weitere Delikatesse für die beiden: gefrorene Wassermelonen gegen die hohen Temperaturen am Montag. Rocco ließ Luna Gentleman-like den Vortritt beim Aussuchen der Melone. Erst nachdem sie ihre Wahl getroffen hatte, schnappte auch er sich seinen Leckerbissen und verschwand damit zurück in den kühlenden Schatten.

 *Unsere Bären werden von Zeit zu Zeit artgemäß auch mit Fleisch gefüttert. Doch fürs Bären-Futter wird kein Tier extra getötet. Es handelt sich dabei um so genanntes Fallwild, also um Wild, das bei Autounfällen ums Leben gekommen ist. Förster aus der Regio spenden es dem BÄRENWALD.

10.5.2021
Rocco zwischen Bäumen

Rocco – der erste Bär in Lunas Leben 

Eigentlich sind Braunbären Einzelgänger. In freier Wildbahn sind sie nur wenige Wochen, während der Paarungszeit, zusammen unterwegs. Auch die Bärenmütter vertreiben ihre Jungtiere nach ungefähr drei Jahren, um neuen Nachwuchs zeugen zu können. In Gefangenschaft hingegen können Bären sehr enge Bindungen eingehen. Oft entstehen sie, wenn die Bären bereits seit Geburt zusammen sind, wie unsere Bärengeschwister Ben und Felix. Die beiden verbringen auch nach 26 gemeinsamen Jahren noch sehr viel Zeit miteinander. Aber auch bei Pärchen wie Luna und Rocco kann ein enges Verhältnis wachsen. In den meisten Fällen hilft eine Vergesellschaftung vor allem, die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit und dadurch entstandenen Verhaltensaufälligkeiten zu mindern. Erstaunlich: Luna zum Beispiel hatte zuvor noch nie Kontakt zu anderen Bären und wurde auch ihrer Mutter viel zu früh entnommen. Trotzdem hat sie sich schnell an Rocco gewöhnt und weiß, wie sie mit ihm umzugehen hat.

9.5.2021
Rocco und Luna spielend

Spielen am Morgen ist (noch) besser als fressen 

Noch immer geht es Luna und Rocco im nun gemeinsamen Gehege gut. Die Tierpfleger berichten, dass sie vor lauter Spielen am Morgen teilweise nicht mitbekommen, dass das Futter längst auf ihrer Seite des Zaunes angekommen ist. Vielleicht ist die gemeinsame Zeit für die beiden auch einfach wichtiger als das Gemüse, das gerade gefüttert wird.Luna und Rocco sind auch immer noch oft gemeinsam zu sehen und wirken entspannt. Rocco scheint noch etwas skeptisch gegenüber dem weitläufigen Gehege zu sein, welches auch Luna zuvor selten komplett genutzt hat. Er wurde zum Beispiel noch nicht dabei beobachtet, wie er im großen Teich badete – und das bei seiner Wasserliebe. Aber auch das wird sich vermutlich nach der Eingewöhnungsphase schnell legen. Beide Bären scheinen mit ihrer Situation auf jeden Fall zufrieden zu sein. Und natürlich sind auch die Mitarbeiter des Bärenwaldes sehr glücklich über diese, bisher sehr gut verlaufende Vergesellschaftung.

8.5.2021
Bär Balou in seiner Anlage

Liebe im Frühling – aber was kommt dann? 

Während bei Luna und Rocco immer noch alles bestens läuft, ist uns allen hier im Bärenwald klar, dass es keinen Garant dafür gibt, dass dieses Projekt gelingt. Vergesellschaftungen laufen nicht immer nach Wunsch aller Beteiligter ab: In der Paarungszeit 2015 sollten Balou und sein Vater Siggi mit den beiden Bärendamen Mary und Clara vergesellschaftet werden. Clara war von Beginn an sehr verschreckt und wurde direkt wieder aus dem Gehege genommen. Mary und Balou hingegen verstanden sich zunächst prächtig. Als die Paarungszeit sich dem Ende neigte, akzeptierte Balou Mary plötzlich nicht mehr und ließ sie nicht an ihr Futter. So musste auch Mary wieder in ihr altes Gehege zurück und die Männer-WG war wieder allein.

2018 wurde ein zweiter Versuch unternommen, Balou, Mary und Clara zusammen zu bringen. Auch dieses Mal leider ohne Erfolg. Durch seine Größe und Kraft verschreckte der 2,30 Meter große und über 200 Kilogramm große Balou die beiden kleineren Bärinnen. Balou geht es aber auch ohne weibliche Begleitung gut. Für die junge Bärendame Luna hoffen wir natürlich auf einen anderen Ausgang als bei Mary und Clara: Dass sie sich mit Rocco auch nach der Paarungszeit noch immer so gut versteht.

7.5.2021
Michal und Tapsi

Ein Bärenpartner an der Seite ist Hilfe in der Krise

Die Nachbarn im Gehege gegenüber leben Luna und Rocco, dem neuen Paar, vor, wie gut so eine Partnerschaft laufen kann. Michal und Tapsi leben nun schon seit einiger Zeit zusammen. Tapsi kam 2012 mit ihrem Vater Bummi aus dem Tierpark Klötze zu uns. Schon im Jahr darauf verstarb Bummi jedoch. Tapsi war vom Tod ihres Vaters schwer getroffen, sie fraß und bewegte sich kaum noch. Marion aus dem Bärenwald-Team erinnert sich noch, wie traurig es zu beobachten war, die Bärendame so leiden zu sehen und wie glücklich alle waren, als die Geschichte letztendlich doch gut ausging. Die Tierpfleger versuchten alles, um Tapsi aufzumuntern, das schaffte jedoch letztendlich nur Braunbär Michal. Die beiden wurden ebenfalls während der Paarungszeit miteinander bekannt gemacht, und sie verstanden sich auf Anhieb super. Seitdem weichen sie sich kaum noch von der Seite und streifen gemeinsam durch ihr großes Gehege. Tapsi geht es hier mit ihrem neuen Lebensgefährten sichtlich gut, und die dunklen Zeiten scheinen weit in den Hintergrund gerückt zu sein. Auch Rocco und Luna scheinen auf einem guten Weg zu sein, gemeinsam ein so harmonisches Leben führen zu können wie ihre Nachbarn!

6.5.2021
Rocco am Wasser

Ein Bären-Mann auf Erkundungstour

Rocco scheint immer noch etwas Respekt vor der neuen Situation zu haben. Noch hält er sich vorwiegend im vorderen Bereich des Geheges und am Teich auf. Auch im Umgang mit Luna wirkt er teilweise etwas zurückhaltend, wie die Tierpfleger berichten. Es scheint so, als ob Luna ihn bereits ein paar Male in die Schranken verwiesen hat. Unglücklich wirkt der stürmische Bären-Mann damit aber nicht. Munter räumt er das Gehege auf und um und erkundet, wenn auch vorsichtig, das weitläufige Gehege. Auch mit seinen neuen Nachbarn Ben, Felix, Ida und Balou hat er sich arrangiert, selbst mit denen, die hin und wieder durch den Zaun mit Luna flirten. Rocco hält jedoch gebührend Abstand zu ihnen. Luna hingegen sitzt oftmals an den Nachbarschiebern, scheint aber mit Rocco auch ganz zufrieden zu sein. Oft sieht man Luna und Rocco zusammen im Gehege fressen, liegen oder spielen.

5.5.2021
Rocco und Luna beim Rangeln

Fisch fressen oder lieber spielen? 

Nun, da die beiden in einem Gehege leben,  werden sie natürlich auch zusammen gefüttert. Sie müssen das Futter halbwegs gerecht untereinander aufteilen. Luna, als kleinere Bärin und noch nicht so lange aus der Winterruhe erwacht, bekommt die kleinere Portion. Rocco hingegen schon einen großen Eimer voll. Bei manchen Bären-WGs gibt es dabei schonmal ein paar Probleme. Rocco und Luna aber scheinen sich einig zu sein, wer was bekommt. Das Lieblingsfutter wird dabei natürlich trotzdem mal etwas stärker verteidigt. Rocco zeigte dies am Beispiel des Fisches, den ihm die Tierpfleger am Tag seines Umzugs anboten. Luna konnte diesem nichts abgewinnen und wollte spielen, Rocco aber Fisch fressen. Er wurde daraufhin etwas grummelig. Von diesen kleinen Unstimmigkeiten abgesehen, funktioniert das Zusammenleben der beiden auch an Tag fünf immer noch gut.  Zwischendurch werden sie auch immer mal wieder von Besuchern und Mitarbeitern beim intensiven Spielen und Rangeln beobachtet!

4.5.2021
Rocco bei Höhlenausbau

Die erste gemeinsame Nacht

Die beiden Bären verstehen sich immer noch gut und haben sogar die Nacht von Sonntag auf Montagzusammen im Gehege von Luna verbracht. Rocco wirkte zunächst verwirrt, warum Tierpflegerin Bianca ihm den Rückweg durch die Schleuse zum alten Gehege versperrte. Sein Heimweh war jedoch scheinbar erträglich. Rocco wird ab jetzt viel Zeit haben, sein neues Zuhause zu begutachten und alle Spielzeug und Klettermöglichkeiten zu untersuchen  Rocco scheint bereits von den vielen Hölzen und Stöcken im Gehege begeistert zu sein. Er hat sogar schon Lunas Winterhöhle ausgebaut. Am Montagmorgen waren beide Bären munter und verbrachten ihre Zeit im Bereich des Teiches. Rocco hat sich also bisher prima eingelebt, Luna mag Rocco, ihren neuen Begleiter, und wir sind neugierig, wie es weiter geht!

3.5.2021
Rocco und Luna erstes Zusammentreffen

Endlich! Luna und Rocco sind vereint 

War das ein spannender Moment, als endlich das Tor zwischen Luna und Rocco geöffnet wurde! Zunächst verputzte Luna weiterhin ihren Salat, als wenn es gerade nichts Wichtigeres gab. Rocco dagegen schnupperte aufgeregt, nahm aber zunächst einmal Lunas Winterhöhle genauer unter die Lupe. Doch nach ein paar Minuten im selben Gehege gab es für Rocco und Luna kein Halten mehr. Stundenlang tobten sie unter den wachsamen Augen unserer Tierpfleger umher: Luna biss „ihrem“ Rocco in die Wange, Rocco versuchte zum Beispiel, „seine“ Luna für eine Abkühlung ins Wasserbecken zu locken. Die Anziehungskraft zwischen beiden ist stark, die Sympathie zueinander unübersehbar. Unsere Tierpfleger sind erleichtert, dass diese wichtige Phase der Vergesellschaftung so gut geklappt hat. Wird es so weiter gehen? Hier erfahren Sie es.

30.4.2021
Luna und Rocco erste Annäherung

Erstes Beschnuppern

Das erste Kennenlernen durch die Gitterstäbe, die die Gehege der beiden noch trennen! Vorsichtig beschnuppern sich Rocco und Luna. Auch zarte Berührungen mit Pfoten und Nasen finden statt. Die beiden kennen sich bereits ein wenig, da ihre Gehege gegenüber voneinander liegen. Schon in den letzten Wochen hat Rocco Luna vermehrt wahrgenommen. Ständig sieht man ihn am Zaun sitzen und zu Luna hinüberschauen. Auch Luna beobachtet ihn ab und an. Zusätzlich zu Rocco zeigt auch Balou durch die beginnende Paarungszeit Interesse an ihr. Sie verbringt ihre Zeit aber lieber im Wald oder gegenüber von Rocco. 

21.4.2021
Rocco allein in seinem Gehege

Lange Beobachtungsphase

Rocco und Luna sollen vergesellschaftet werden. Das bedeutet, dass sie, wenn alles klappt, gemeinsam in einem Gehege leben. Erst nach einer meist sehr langen Beobachtungsphase entscheiden die BÄRENWALD-Tierpfleger in enger Abstimmung mit Fachleuten von VIER PFOTEN, welche Bären miteinander vergesellschaftet werden können.

Übrigens: Der BÄRENWALD Müritz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bären ein artgemäßes Zuhause zu geben, nicht aber Bären zu züchten. Trotz des natürlichen Verhaltens in der Paarungszeit ist kein Nachwuchs zu erwarten. Alle unsere männlichen Bären sind kastriert. Deshalb ist es auch kein Problem, Männchen wie Rocco und Weibchen wie Luna zu vergesellschaften!

14.4.2021
2021
Luna in ihrer Höhle

Kommt Luna auf andere Gedanken?

Sie ist eine sieben Jahre junge Bärin aus einem Freizeitpark in Albanien. Seit 2017 darf sie ein zweites Leben bei uns führen.  Mit einem halben Jahr wurde sie in einem engen Käfig unter einem Riesenrad untergebracht. Luna wurde früh ihrer Mutter weggenommen, weshalb sie bis heute immer noch Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Wir hoffen darauf, dass die Vergesellschaftung mit Rocco sie auf andere Gedanken bringen wird. Zunächst muss sie jedoch erst einmal wieder aus ihrer „Schönheitsruhe“ erwachen, bevor sie ihren „Traumprinzen“ kennenlernen kann.

2019
Rocco mit neuer Energie

Rocco, der Showbär

Seit 2019 wohnt der zehnjährige Rocco nun bei uns. Nachdem er sein schreckliches Leben in einer albanischen Privathaltung hinter sich gelassen hat, zeigt er hier seine pure Lebenslust. Die Besucher nehmen ihn oft als „Showbären“ war. Man sieht ihn häufig mit Stöckern spielen, in seinem Wasserbecken planschen oder neugierig die Besucher beobachten. Auch seine Nachbarbären inspiziert er aufmerksam, wie zum Beispiel die etwas ruhigere Bärendame Luna

7.6.2019

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Ankuft Rocco im Bärenwald

Am 7. Juni 2019 kommt die Bärenambulanz beim BÄRENWALD Müritz an. Endlich! In der Transportbox befindet sich Braunbär Rocco, der vom Rettungsteam aus einem kleinen Käfig befreit wurde.

7.6.2019
2017
Luna Ankunft

Ankunft Luna im Bärenwald

Bevor Luna im Juni 2017 in unser Bärenschutzzentrum kam, lebte sie jahrelang in einem sehr kleinen Käfig im Aulona Vergnügungspark in Albanien. Schon als Bärenjunges war sie dort ständigen Besuchern, Wetter und Lärm schutzlos ausgesetzt.

9.6.2017
Braunbär Pavle im Wald

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